Der Ortsteil Ob- und Niederschwarzbach

Die ersten Häuser in der Siedlung wurden im Jahr 1974 bezogen.
Es organisierten sich die Neubürger in einer Siedlungsgemeinschaft um gegenüber dem Bauträger LEG und der Verwaltung der Stadt Mettmann ihre Interessen deutlich zu machen.
Ab 1976 wurden Kinderfeste , Sommerfeste, sowie ein St.Martinszug organisiert.
Es folgten Sensorienkaffee und Tanzabende.

1978 beschließt die Siedlungsgemeinschaft den Zusammenschluss mit dem Bürgerverein.
Es folgte eine Überarbeitung der vorhandenen Satzung des Bürgervereins.
Im Mai 1981 erfolgte, in einer gemeinsamen Vollversammlung des ursprünglichen Bürgervereins mit der Siedlervertretung, die Zusammenlegung und die Verabschiedung einer gemeinsamen Satzung.

 

Hier findest du eine Karte mit den wichtigsten Orten und Adressen in und rund um Obschwarzbach:

Die Einrichtungen im Ortsteil

Das Gemeindehaus

Das Gemeindehaus der evangelische Kirche in Obschwarzbach ist Treffpunkt vieler Gruppen und Kreise. Es ist das einzige Veranstaltungsgebäude in Obschwarzbach. Das Haus wurde 1976 errichtet.

Seit Juli 2015 sind die oberen Räume des Gemeindehauses an den Trägerverein Bürgerzentrum Ob und Niederschwarzbach e.V. vermietet.

In den unteren Räumen ist die Feuerwehr eingezogen.

Kontakt: www.Feuerwehr-Mettmann.de

Der Kindergarten

Auf Druck vieler Eltern wurde der Kindergarten in Obschwarzbach gebaut, so dass der städtische Kindergarten Obschwarzbach im Frühjahr 1992 seine Pforten öffnete, zunächst nur für eine Gruppe mit 25 Kindern im Alter von 3-6 Jahren.

Durch die Neubauten rund um die Schlesienstraße stieg der Bedarf, sodass im August eine zweite Gruppe mit 25 Kindern eröffnet wurde. Seit Sommer 1996 konnten 9 Kinder über Mittag betreut werden und im August 2005 wurde aus dem Kindergarten eine Kindertagesstätte für Kinder von 3-6 Jahren, in der bis zu 20 Kinder ganztägig betreut werden konnten.

Doch auch dieses Angebot reichte nicht mehr aus, da einige Familien auch eine Betreuung ab dem zweiten Lebensjahr benötigten. So erteilte das Landesjugendamt eine vorläufige Genehmigung ab August 2009 für 4 Kinder unter drei Jahren (jedoch erst ab dem 2. Lebensjahr) und 39 Kindern von 3-6 Jahren. Eine vorläufige Genehmigung für ausschließlich 4 Kinder, da die Räumlichkeiten nicht für eine umfassende „U3- Betreuung“ ausreichen.
Im Frühjahr 2011 wurde um- und angebaut, sodass seit Herbst 2011 in beiden Gruppen Kinder ab dem 2. Lebensjahr betreut werden, d.h. 20 Kinder pro Gruppe, davon bis zu 6 „U3-Kinder“. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde auch das Außengelände völlig neu gestaltet.

 

Der Friedhof

Am 7. April 1913 wurde der Friedhof in Obschwarzbach eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Die Stadt Mettmann hatte ihn mit Hilfe der Bürger aus Ob- und Niederschwarzbach anlegen lassen. Das Grundstück hatte die Familie Bolthausen gespendet.

Erweiterung des Friedhofs
Im Jahre 1981 beschließt der Rat der Stadt Mettmann, zum Entsetzen der Bürger, den Friedhof zu schließen. Dem Bürgerverein gelingt in jahrelangen Anstrengungen dies zu verhindern und die notwendige Erweiterung durchzusetzen. ( lt mehr)

 

Friedhofstor
Mitte Juni 1988 wird das vom Bürgerverein gestiftete und von Peter Bröcker  gefertigt Friedhofstor mit tatkräftiger Hilfe aktiver Bürger montiert.
Am 6.7. 1988 wird der Stadt Mettmann  mit einer Schenkungsurkunde das Friedhofstor übergeben. Mit dieser Stiftung hat der Bürgerverein seinen tatkräftigen Willen und Bereitschaft dokumentiert sich auch weiterhin für die Zukunft des Friedhofes einzusetzen.

Holzkreuz
Das vom Bürgerverein gestiftete Holzkreuz im hinteren Teil des Friedhofs wurde im  Oktober 2001 von Hans Bocks gefertigt und vom Bürgerverein aufgestellt.

Die Kirchen

Die evangelische Kirche

Am 17. Juni 1900 wurde in der Ev. Kirche Obschwarzbach der erste Gottesdienst gehalten. Damals nannte man die kleine Kirche noch bewusst “die Kapelle”, um sie von der alten Kirche in der Freiheitstraße im Zentrum der Stadt zu unterscheiden.

Die Katholische Kirche St. Judas Thaddäus

Um 1900 prägte vor allem die Landwirtschaft die Honschaft Ob- und Niederschwarzbach.

Etwa 260 von ihnen waren damals katholisch. Um den Gottesdienst besuchen zu können, mussten die Landbewohner und Bauern damals den langen Weg nach St. Lambertus in Mettmann zu Fuß gehen oder mit Pferd und Wagen fahren.

 

Die Entwicklung des Ortsteils Ob- und Niederschwarzbach

Ob- und Niederschwarzbach, das ist die Bezeichnung für zwei sogenannte Honschaften im nördlichen Stadtgebiet von Mettmann. Honschaften werden die Gebiete genannt, die zwar außerhalb der Stadtmauern lagen, aber als Bauernschaften auch die städtischen Freiheitsrechte erlangten. Diese Grenzregelung ist jedenfalls einer Urkunde von 1424 zu entnehmen, in der auch wörtlich die Begriffe Ob- und Niederschwarzbach erscheinen. Der Gebietsbegriff Schwarzbach lässt sich in unterschiedlichen Schreibweisen in Urkunden finden

1271:  Suaizpein
1316:  Suazpe
1393:  Up Swaetzoppe
 (Obschwarzbach)

Der Schwarzbach entspringt auf Gut Knürenhaus, im Bereich des Bibelskircher Weges (Der Volksmund im Mettmanner Plattdeutsch: „Beim Knür hinger de Schür), durchquert das Tal südlich der Wohnsiedlung und mündet bei Düsseldorf-Kaiserswerth in den Rhein. Dieses bis 1900 fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Gebiet enthielt viele alte Häuser und Katen, von denen viele heute nicht mehr erhalten sind. Katen nannte man alte Häuser, in denen Familien wohnten, die mit der hiesigen Landwirtschaft auf das engste verbunden waren. Es gab bis zum Baubeginn der Wohnsiedlung noch ein besonders erwähnenswertes Exemplar. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Zechenhäuschen, im Volksmund auch „Kleiner Himmel“ genannt, das auf dem Grundstück Pommernstraße 21 gestanden hat. Dieses Haus diente im vorigen Jahrhundert den Arbeitern einer Bergwerksgesellschaft als Aufenthalts- und Umkleideraum. Hier wurde damals aus zwei Stollengängen, die unterhalb der Felder westlich und nordwestlich der Landstraße verliefen, bleihaltiges Erz gefördert. In unmittelbarer Nähe soll auch eine kleine Ziegelei gestanden haben, die den dort vorkommenden rötlichen Ton zu Feldbranntziegeln verarbeitet hat. Eine weitere Bleigrube, die im zweiten Weltkrieg noch kurzfristig in Betrieb war, befand sich an der Landstraße 422 neben Gut Knürenhaus (Nacke).

Gewerbliches

Um die Jahrhundertwende lebte die Bevölkerung, die nicht in der Landwirtschaft tätig war, teils von der Leinen- und Seidenweberei (ca. 10 Familien), die in Heimarbeit durchgeführt wurde. Die Garne wurden aus Langenberg oder Wuppertal abgeholt, nach der Verarbeitung die gewebte War an gleicher Stelle wieder abgeliefert. Die weiten Wege wurden überwiegend zu Fuß zurückgelegt. Andere Bewohner verdienten ihren Lebensunterhalt in der Herminghaus-Weberei, Wülfrath, in der Nudelfabrik Koch, Mettmann oder in den Steinbrüchen in der Hofermühle und Flandersbach. Neben den Webern dienten der Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Gütern des allgemeinen Bedarfs je ein Anstreicher, Sattler u. Polsterer, Zimmermann u. Stellmacher und Schmied, Ferner gab es einen Fourage- und Düngemittelhandel sowie zwei Gärtnereien. Eine Bäckerei (bis vor Ausbruch des 2. Weltkrieges), und ein Kolonialwarengeschäft befanden sich im Haus Obschwarzbach 40, ein weiteres Kolonialwarengeschäft und eine Metzgerei im Haus Saturdag. Diese Betriebe sind nach dem Zweiten Weltkrieg, das letzte Kolonialwarengeschäft in den 60er Jahren geschlossen worden.

Wege und Straßen

Die Ortsdurchfahrt mit den an der heutigen Landstraße 422 gelegenen Häusern nannte man „Am Saturdag“ (Dieser Begriff leitet sich vom Wort Samstag ab), eine Bezeichnung, die sich bis heute im Sprachgebrauch erhalten hat. Durch den fortschreitenden Kalkabbau  der Rheinischen Kalksteinwerke Wülfrath, musste die Landstraße von Wülfrath nach Ratingen 1953 verlegt werden. Der alte Straßenverlauf ist noch in der Ein-und Ausfahrt zur Gaststätte Bibelskirch zu erkennen, weiter zur Erholung und von Wülfrath-Wilhelmshöhe bis Interspar (heute REAL).

Vor 1920 musste der damalige Straßenmeister Abel täglich die Steine, die die Fahrbahn markierten, umlegen, damit die Radspuren der Pferdewagen nicht immer über die gleiche Stelle liefen. 1922-1924 wurde die Straße verbreitert, mit einer handgesetzten Packlage befestigt und Bäume am Straßenrand gepflanzt. Stärker werdendes Verkehrsaufkommen machte es später nötig, die Straße zu asphaltieren. 1965/66 hat man die Straße ab Bibelskirch bis Homberg-Meiersberg erneuert, begradigt und die Straßenbäume gefällt. An der gesamten Strecke ab Wülfrath wurde ein kombinierter Rad- und Fußweg angelegt.

Die Siedlung in Obschwarzbach

Ostpreußenstraße, Westpreußenstraße, Pommernstraße, Mecklenburgerstraße, Samlandstraße, Sudetenstraße,Schlesienstraße,
Elbingerstraße und Masurenstraße,

Straßennamen die es erst seit 1974 in Mettmann gibt. Diese Namen erinnern an die Gebiete, aus denen die Menschen kamen, für die diese Siedlung ursprünglich geplant war. Es waren die aus den Ostgebieten vertriebenen Landwirte oder deren Abkömmlinge, die hier auf landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen eine zweite Heimat finden sollten und auch gefunden haben.

Die Grundstücksgröße für nebenerwerbsstellen muss wenigstens 800m², in Ballungsgebieten 600 m² betragen. Größe und Ausstattung der Häuser sind vorgeschrieben.

Durch Umwandlung von Flächen, die für öffentliche Einrichtungen geplant waren, sind heute eine Reihe von Häusern entstanden, die nicht den Richtlinien für Nebenerwerbsstellen unterworfen sind. In der Siedlung wohnen heute ca. 1100 Personen. Es sind 200 Häuser gebaut. Weitere 40 Häuser sind in der Planung bzw. im Bau.

Bürger beantragen Siedlung

Die ersten Gedanken, hier in Obscharzbach eine Siedlung zu errichten, gehen auf das Jahr 1957 zurück. Gemäß Rheinische Post vom 19. Januar 1960 wurde von Bürgern aus Ob- und Niederschwarzbach ein Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, hier in Ob- und Niederschwarzbach eine Siedlung zu errichten. Dieser Antrag wurde mit 12 Punkten begründet. So unter anderem:

  • Schulen, die ev. u. kath. Schule sind nicht ausgelastet,
  • Geschäfte, es sind weite Wege zum Einkaufen zurückzulegen,
  • Handwerksbetriebe, durch Zuzug würden bessere Existenzmöglichkeiten für die beiden Handwerksbetriebe entstehen,
  • Gaststätten, diese müssen z. Zt. nur vom Durchgangsverkehr leben,
  • Wasserleitung, diese wohl damals im Bau befindliche Leitung könnte rentabler werden,
  • Verkehrsmittel, auch diese wohl damals schon mangelhaften Verkehrsmittel könnten rentabler werden,
  • Bibelskircher Weg, die geforderte Befestigung u. Instandsetzung bekäme durch eine Besiedlung die bessere Rechtfertigung.

Es wurden also 1960 einige Hoffnungen an die neue Besiedlung geknüpft.

Bürgerverein 1964 interessiert an Siedlung

Der junge Bürgerverein Ob- und Niederschwarzbach hatte am 5.12.1964 zu einer Versammlung in die Gaststätte Saturdag geladen.

Die Anteilnahme war groß. der damalige Bürgermeister Sommer und Stadtdirektor Görres informierten den Bürgerverein über die geplante Nebenerwerbssiedlung.

Herr Stadtdirektor Görres begründete die besondere Eignung als Standort für eine Siedlung in Obschwarzbach mit den vorhandenen notwendigen öffentlichen Einrichtungen, wie Kirchen, Schulen, Friedhof und Feuerwehr.

Zu dem weiteren Verlauf dieses Abends in Saturdag darf die Rheinische Post zitiert werden:

„Der Verwaltungschef führte weiter aus, dass die noch ausstehende Genehmigung der Nebenerwerbsstellen der Grund für die abwartende Haltung der Stadt bei der Planung der neuen Schulgebäude sei, für die der Regierungspräsident bereits öffentliche Mittel zugesagt habe. Eine Instandsetzung der alten Gebäude, so dringend notwendig sie auch sei, lohne sich nicht wegen des bestehenden Neubaus.“

Stadtdirektor Görres sagte zu, dass mit dem Bau der Schulen so schnell wie möglich begonnen würde, dass aber zuvor völlige Klarheit über die Klassenzahl bestehen müsse. Darum würde alles getan, um die Grundstücke für die Nebenerwerbsstellen möglichst bald zu sichern.

Wahrscheinlich wird mancher von Ihnen die oben geschriebenen Sätze mehrfach lesen und sich dann seine Gedanken zu den abhanden gekommenen Schulen machen.

Geburtsstunde der Siedlung

In einer außerordentlichen öffentlichen Sitzung am 13. September 1965, 17:00 Uhr, wurde die dritte Änderung des Flächennutzungsplanes im Stadtrat Mettmann beschlossen.

In der Honschaft Obschwarzbach wurde somit ein 25 ha großes Gelände als Siedlungsgebiet ausgewiesen. An diesem Tag übernahmen die Stadtväter Mettmanns eine neue Siedlung in ihr Stadtgebiet und somit in ihre Verantwortung. An diese Verantwortung sollten wir ab und zu erinnern dürfen.